Äskulapnatter

Elaphe longissima

Steckbrief

Länge:

160 Zentimeter

Gewicht:

500 Gramm

Ernährung:

Kleinsäuger, Reptilien

Gelege:

5 - 15 Eier

Fortpflanzung:

Eierlegend

Alter:

30 Jahre

IUCN:

kein Status

BESCHREIBUNG:

Die Äskulapnatter (Elaphe longissima) gehört zur Familie der Nattern (Colubridae) und zur Klasse der Reptilien (Reptilia) und ist eine ungiftige Schlange. Sie ist die größte der einheimischen Schlangen.

Ihren Namen hat sie von Äskulapius, dem Gott der Heilkunde, der um seinen Äskulapstab eine sich windende Natter hatte und von den Griechen und Römern verehrt wurde.

Die Äskulapnatter hat einen schlanken, glattschuppigen Körper der auf der Oberseite grau, braun bis olivgrün gefärbt ist. Die Unterseite ist weiß bis gelb gefärbt. An den Seiten weisen die Schuppen weiße Streifen auf. Der Kopf ist schmal und kaum abgesetzt und hat keine Zeichnung. Die Pupille ist rund und dunkel gefärbt. Sie erreicht eine Länge von 1,40 bis 2,10 Meter. Normal ist sie allerdings nur 1,60 Meter groß. Die Weibchen sind kleiner wie die Männchen und das Gewicht liegt bei ca. 300 Gramm bei den Weibchen und ca. 500 Gramm bei den Männchen. Die Lebenserwartung liegt bei 25 bis 30 Jahre.


VERBREITUNGSGEBIET / LEBENSRÄUME:

Das Verbreitungsgebiet der Äskulapnatter sind die wärmeren Zonen in Süd- und Mitteleuropa sowie im Süden Kleinasiens. Im Einzelnen sind das Frankreich, Italien, Spanien, Griechenland, Türkei, Balkanstaaten und dem Iran. In Deutschland, Österreich und in der Schweiz gibt es isolierte Vorkommen. Da die Äskulapnatter eine wärmeliebende und tagaktive Schlange ist, sucht sie gerne sonnige Plätze auf. Dazu gehören Felsen, Gehölze, Waldränder, Lichtungen, Ruinen, Steinbrüche, Gärten und Parks. Sie ist eigentlich eine Schlange, die am Boden lebt, aber sie kann auch sehr gut klettern. Sie mag kein feuchtes Gelände und kommt nur im trockenen Regionen vor. Man findet die Äskulapnatter bis in 1.500 Meter Höhe, sie bevorzugt jedoch Gebiete bis max. 1000 Meter. Wird es zu heiß, zieht sich die Natter in den Schatten eines Baumes oder Steinplatte zurück. Zu den Feinden der Natter zählen Marder,u.a. der Iltis, Dachse und Katzen, Wildschweine, Raben- und Greifvögel. Von Oktober bis April halten die Äskulapnattern Winterschlaf und fallen in eine Starre.


GEFÄHRDUNG:

Die Äskulapnatter wurde im Jahr 2000 zum Tier des Jahres in Deutschland gewählt. In der roten Liste in Deutschland steht die Äskulapnatter als vom Aussterben bedroht. In Österreich als gefährdet und in der Schweiz als stark gefährdet.


NAHRUNG:

Die Nahrung der Äskulapnatter sind Kleinsäuger wie Mäuse aller Art, Maulwürfe und Eichhörnchen. Bei den Vögeln sind es Meisen, Ammern, Zaunkönige, Baumläufer, Fliegenschnäpper und die Eier der Vögel. Auch Schlangen wie Schling- und Ringelnatter gehören zur Nahrung der Natter. Alles was erbeutet wird, wird vorher getötet, weil die Äskulapnatter keine lebende Beute frisst. Dies geschieht durch zuschnappen und erdrosseln. Dann wird die Beute immer mit dem Kopf voran verschlungen.


FORTPFLANZUNG:

Wenn im April/Mai die Äskulapnatter aus der Winterruhe erwacht, beginnt auch die Paarungszeit. Das Männchen beißt dem Weibchen in den Nacken und hält sich dort fest, während sich ihre Körper umschlingen. Erst jetzt kommt es zur Paarung. Das Weibchen legt im Juni/Juli 5 bis 15 Eier in einem Nest aus Pflanzenreste in feuchter Erde ab. Die Eier sind oval und ca. 2 Zentimeter breit und 5 Zentimeter lang. Im August/September schlüpfen dann die Nattern aus den Eiern. Sie sind dann 25 bis 30 Zentimeter lang. Man kann die jungen Nattern meistens gar nicht sehen, weil sie im Oktober schon wieder Winterruhe halten. Nach 3 bis 4 Jahre sind die Äskulapnattern geschlechtsreif.


SYSTEMATIK:

Reich

Tiere (Animalia)

Stamm

Chordatiere (Chordata)

Unterstamm

Wirbeltiere (Vertebrata)

Klasse

Reptilien (Reptilia)

Ordnung

Eigentliche Schuppenkriechtiere (Squamata)

Unterordnung

-

Ãœberfamilie

-

Familie

Nattern (Colubridae)

Unterfamilie

-

Gattung

Kletternattern (Elaphe)

Art

Äskulapnatter (Elaphe longissima)

Unterart

Erstbeschreiber

Laurenti, 1768


LITERATUR:


Informationen

Autor:

Peter Emmert

Autoren Homepage:

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