Austernfischer

Haematopus ostralegus

Steckbrief

Länge:

45 Zentimeter

Gewicht:

450 - 500 Gramm

Ernährung:

Pflanzen, Muscheln

Gelege:

3 - 4 Eier

Spannweite:

70 Zentimeter

Zugverhalten:

Zugvogel

Brutzeit:

3 - 4 Wochen

Alter:

35 Jahre

IUCN:

nicht gefährdet

BESCHREIBUNG:

Der Austernfischer (Haematopus ostralegus) ist ein Watvogel aus der Ordnung (Charadriiformes) und gehört zur Gattung der Austernfischer (Haematopus) .

Die Gefiederfarbe der Austernfischer ist bei Männchen und Weibchen gleich. Nur der Schnabel ist beim Weibchen ein wenig länger als beim Männchen. Der Kopf, die Oberseite und die Flügel sind schwarz. Die Brust sowie die Unterseite sind weiß gefärbt. Bei den Alttieren ist der kräftige und lange Schnabel seitlich abgeflacht und feuerrot in der Farbe. Die Beine sind orangenrot. Bei einer Größe von knapp 45 Zentimeter und einer Flügelspannweite von ca. 70 Zentimeter wiegt der Austernfischer zwischen 450 und 500 Gramm. Die Lebenserwartung liegt bei gut 35 Jahre.

Durch sein Aussehen und die lauten Rufe fällt der Austernfischer einem sofort ins Auge. Da er bei uns im Watt das ganze Jahr über zu sehen ist und auch nicht sehr scheu ist, wird er von den Küstenbewohnern auch „Halligstorch“ genannt, weil er aussieht wie ein Storch in Kleinformat.

Der Austernfischer kann sehr gut fliegen, auch wenn er nicht gerade sehr wendig ist. Im Flug sind die weißen, breiten Flügelschilder, den weißen Hinterrücken und den schwarzen Endsaum am Schwanz sehr gut zu erkennen.

Schwimmen können die Austernfischer nicht ganz so gut, dafür können sie aber gut tauchen. Wenn sie in der Luft von einem Greifvogel angegriffen werden, stürzen sie sich aus großer Höhe ins Wasser und tauchen weg, so dass der Angreifer keine Chance mehr hat.

Bemerkung zum Namen:

Dieser Austernfischer lebt zwar im Watt, gehört jedoch zu den Watvögel, da sie waten (wie z.B. schreiten)!!!!


VERBREITUNGSGEBIET / LEBENSRÄUME:

Der Austernfischer ist in Europa zu finden. Man findet ihn in Nord-, Mittel-, West- und Osteuropa. In Deutschland ist der Austernfischer Brutvogel. Da der Austernfischer ein sehr großes Brutgebiet hat, wird er in drei Unterarten gegliedert: Der Austernfischer ist ein Zugvogel. Im August brechen sie auf. Die im Norden lebenden Vögel fliegen in großen Gruppen an der Küste entlang Richtung Süden. Teilweise fliegen die Austernfischer bis nach Afrika, um dort zu überwintert. Die Mitteleuropäische Populationen sind Standvögel, die nur dann wegziehen, wenn das Eis zu stark, und es zu kalt werden sollte. Er mag das Wasser und ist auch deshalb dort anzutreffen. Er lebt an der Küste, im Tiefland, an flachen Gewässern wie Seen und Tümpel, auch in Mooren und Feuchtwiesen ist er zu sehen.

GEFÄHRDUNG:

Die Population der Austernfischer wird mit über 500.000 überwinternden Tieren und ca. 50.000 Brutpaaren im Wattenmeer angegeben. Damit ist das Wattenmeer mit Abstand der bedeutendste Lebensraum innerhalb Europas für die Austernfischer. Von der IUCN werden sie als nicht gefährdet (Least concern) eingestuft.  


NAHRUNG:

Da Austernfischer angepasst sind ans Leben am Wasser und an der Meeresküste, ist seine Nahrung auch darauf abgestimmt. Die Nahrung besteht aus Kleintieren des Meeresstrand wie: Strandschnecken, Herzmuscheln, Tellmuscheln und Miesmuscheln. Im flachen Gewässer oder bei Ebbe sucht der Austernfischer im Schlick seine Nahrung, in dem er mit seinem langen Schnabel im Wasser stochert und seine Beute aufspürt. Hat er eine Muschel erbeutet, stößt er seinen Schnabel in den leicht geöffneten Spalt der Muschel und sprengt den Schließmuskel, bevor die Muschel zuklappt. Durch das Aufhämmern der Muscheln nutzen sich die Schnäbel der Vögel in der Länge ab, wachsen aber pro Tag um 0,5 Millimeter nach. Im Binnenland sind die Austernfischer tagaktiv, während an der See durch Ebbe und Flut die Vögel tag- und nachtaktiv sind.


FORTPFLANZUNG:

Austernfischer sind Standorttreu, was das Brüten angeht. Sie behalten ein ganzes Leben lang ihren Brutplatz und verteidigen diesen auch vehement gegen jeden Eindringling. Die Paare bleiben ein Leben lang zusammen. Nach der Balz, die meist in Gruppen durchgeführt wird, wird ein Nest, welches einer ausgescharrten Mulde gleicht, auf einer Sandbank über der Hochwasserlinie gebaut. Meist wird es mit Muschelschalen und Blattwerk ausgelegt. Dort hinein legt das Weibchen 3 bis 4 Eier, die etwas kleiner als Hühnereier sind. Die Brutzeit ist von Mai bis Juni. Nach einer Brutzeit von 3 bis 4 Wochen, woran sich beide Partner beteiligen, schlüpfen dann die Jungen. Die Küken können sofort laufen und verlassen nach ein paar Stunden schon das Nest. Sie werden von den Eltern bis sie flügge werden mit Nahrung versorgt, die sie vorverdaut wieder auswürgen. Nach weiteren 5 bis 6 Wochen sind die jungen Austernfischer flügge und können fliegen. Eine Zweitbrut ist durchaus möglich. Die Geschlechtsreife erreichen die Austernfischer mit ca. 2 Jahre. Die jungen Austernfischer leben dann in Jungesellengruppen bis zu 10 Jahre zusammen, um dann unter Einsatz ihres Lebens einen der begehrten Brutplätze in der ersten Reihe am Wasser zu bekommen.


SYSTEMATIK:

Reich

Tiere (Animalia)

Stamm

Chordatiere (Chordata)

Unterstamm

Wirbeltiere (Verbebrata)

Klasse

Vögel (Aves)

Ordnung

Wat- und Möwenvögel (Charadriiformes)

Unterordnung

Regenpfeiferartige (Charadrii)

Ãœberfamilie

-

Familie

Austernfischer (Haematopodidae)

Unterfamilie

-

Gattung

Austernfischer i.e.S. (Haematopus)

Art

Austernfischer (Haematopus ostralegus)

Unterart

  • Haematopus ostralegus ostralegus (Linnaeus, 1758)
  • Haematopus ostralegus osculans (Linnaeus, 1758)
  • Heamatopus ostralegus lingipes (Linnaeus, 1758)

Erstbeschreiber

Linnaeus, 1758


LITERATUR:


Informationen

Autor:

Peter Emmert

Autoren Homepage:

Keine Webseite

Fotograf:

Peter Emmert

Keine Webseite

Aufnahmeort:

Anholter Schweiz

Zoo Homepage:

www.anholter-schweiz.de